Identifizierung

Wiki-Wissen zu Identifizierung

Eine Identifizierung ist im Finanzwesen notwendig, um potentieller Geldwäsche vorzubeugen. Der Identifizierungsprozess wird auch als KYC (Know Your Customer) bezeichnet, was so viel bedeutet wie, dass man seine Kunden kennen muss. Es ist eines der obersten Ziele der Bankenaufsicht (BaFin), die Einhaltung der Identifizierungspflichten zu überprüfen. Deshalb werden auch Giromatch-Kunden identifiziert.

Praktisch unterscheidet sich Identifizierung anhand folgender Methoden: Die Online-Identifikation ist die digitale Alternative im Vergleich zur Identifikation in der Post- oder Bankfiliale vor Ort. Die Online-Identifikation findet z. B. mittels der von der BaFin zugelassenen Video-Identifikation statt, üblicherweise über eine an Ihrem Computer, Laptop oder Smartphone integrierte Webcam. Für diese Art der Identifizierung (auch Legitimation) benötigt der Kunde lediglich ein Smartphone, ein Endgerät mit einer Webcam und ein Legitimationsdokument (Personalausweis oder Reisepass). Durch die Online-Identifizierung kann der Prozess für den Kunden innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden.

Das Post-Ident-Verfahren ist eine Methode zur Identifizierung einer Person, die von einem Mitarbeiter der Deutschen Post AG vorgenommen wird. Dabei erscheint der zu Identifizierende in einer Filiale der Deutschen Post, wo er gegenüber dem Filialmitarbeiter oder auch eines Automaten seine Identität mit einem Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) bestätigt. Die Post wird dann dem Auftraggeber die erfolgreiche Identifikation bestätigen.

Inzwischen hat die BaFin ebenfalls das Videoidentifikationsverfahren in einem offiziellen Rundschreiben geregelt. Darin richtet sie sich sowohl an Banken als auch an Versicherungen sowie weiteren Unternehmen, die das Video-Ident Verfahren nutzen. Wichtig ist, dass die Anfragen willkürlich auf die Mitarbeiter der Video-Identifizierungsfirmen verteilt werden, um Missbräuche zu vermeiden. Die beiden bekanntesten Firmen sind IDnow Web ID. Beide haben maßgeblich an den Regelungen der BaFin mitgewirkt.

Ziel von KYC-Richtlinien ist es, zu verhindern, dass Unternehmen (finanziell und nicht finanziell) von kriminellen Elementen zur Geldwäsche verwendet werden. Verwandte Verfahren ermöglichen es Unternehmen auch, ihre Kunden und ihre Finanzgeschäfte besser zu verstehen. Dies hilft ihnen, ihre Risiken besser einzuschätzen. Heute gelten die KYC-Grundsätze sowohl für Banken als auch für verschiedene Online-Unternehmen. Normalerweise gestalten sie ihre KYC-Richtlinien mit den folgenden vier Schlüsselelementen:

  • Kundenakzeptanzrichtlinie;
  • Kundenidentifizierungsverfahren;
  • Überwachung von Transaktionen; und
  • Risikomanagement.

Das strenge regulatorische Umfeld macht KYC zu einem obligatorischen und entscheidenden Verfahren für Finanzinstitute. Dies minimiert das Betrugsrisiko, indem verdächtige Elemente früher in der Kunden-Geschäftsbeziehung identifiziert werden. Um KYC Prozesse zu verbessern, werden ständig an neuen Verfahren gearbeitet.

Enhanced Due Diligence (EDD) ist zum Beispiel ein umfassenderes Verfahren für Kunden mit einem höheren Risikoprofil, entweder durch Herkunftsquellen oder durch Transaktionen mit unregelmäßigem Verhalten. Der USA PATRIOT Act schreibt dazu vor, dass Institute "geeignete, spezifische und erforderlichenfalls verbesserte Due-Diligence-Richtlinien, -Verfahren und -Kontrollen festlegen müssen, mit denen Fälle von Geldwäsche über diese Konten aufgedeckt und gemeldet werden können." Gemäß den Vorschriften müssen EDD-Maßnahmen auf Kontotypen wie Private Banking, Korrespondenzkonto und Offshore-Bankinstitute angewendet werden. Da regulatorische Definitionen weder global konsistent noch vorschreibend sind, besteht für Finanzinstitute die Gefahr, dass sie je nach Rechtsprechung und regulatorischem Umfeld unterschiedlichen Standards unterliegen.

Zurück zur Wikiübersicht

06.05.2020