Auskunfteien einfach erklärt

§ 6a PAngV repr. Bsp.: Eff. Jahreszins 4,62%, geb. Sollzins 3,70% p.a., Nettokreditbetrag 10.000 €, Laufzeit 4 Jahre, Provision einmalig 1,25% des Nettokreditbetrags. Bonität vorausgesetzt. Darlehensvermittler: GIROMATCH GmbH

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Die Grundprinzipien hinter SCHUFA & Co. verständlich erklärt

Bei einer Auskunftei (oftmals auch Wirtschaftsauskunftei genannt) handelt es sich um ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen, das bonitätsrelevante Daten zu Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen sammelt, verarbeitet und anschließend an bestimmte Auftraggeber weitergibt.

Auf Grundlage der gesammelten Informationen erstellen Wirtschaftsauskunfteien sogenannte Bonitätsscores. Diese geben Auskunft über die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Die Auftraggeber der Wirtschaftsauskunfteien verwenden diese Scores um das Risiko zu beurteilen, dass sie mit dem Eingang einer Geschäftsbeziehung zu dieser Privatperson oder diesem Unternehmen eingehen.

Die Auftraggeber der Wirtschaftsauskunfteien kommen aus unterschiedlichsten Branchen. Bonitätsscores spielen vor allem bei Krediten und Finanzierungen eine wesentliche Rolle.


Das Wichtigste auf einen Blick


  • Bei einer Auskunftei handelt es sich um ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das wirtschaftsrelevante Daten zu Privatpersonen und Unternehmen sammelt und verarbeitet.
  • Auf Grundlage dieser Daten wird ein sogenannter Bonitätsscore berechnet. Dieser gibt Aufschluss über die Kreditwürdigkeit und dient so als wichtiger Aspekt bei Vertragsentscheidungen.
  • Banken, Versicherungen, Mobilfunkanbieter und Online-Shops arbeiten fast alle mit Auskunfteien und können bei berechtigtem Interesse Daten über Sie abfragen
  • Anders als oftmals angenommen gibt es neben der Schufa noch weitere Auskunfteien in Deutschland
  • Jeder Verbraucher hat das Recht, eine Selbstauskunft anzufordern die Aufschluss über die bei der jeweiligen Auskunftei hinterlegten Daten gibt. So können auch falsch gesetzte oder veraltete Einträge erkannt und die Löschung beantragt werden.



Warum gibt es Auskunfteien?

Die Geschichte der Wirtschaftsauskunfteien begann bereits vor mehr als 150 Jahren. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sahen sich Kaufleute mit der Problematik konfrontiert, die Kreditwürdigkeit ihrer Geschäftspartner in Bezug auf die Vergabe von Krediten nicht gut genug beurteilen zu können. Ursprünglich lag der Fokus der Wirtschaftsauskunfteien auf der Beurteilung der Kreditvergabe an Unternehmen. Anfang des 20. Jahrhunderts weiteten die Wirtschaftsauskunfteien ihr Geschäftsfeld auch auf die Bonitätsprüfung von Privatpersonen aus.

Obwohl viele Privatpersonen und Unternehmen Wirtschaftsauskunfteien als lästiges Ärgernis sehen, leisten diese einen wichtigen Beitrag für einen gesunden Kreditmarkt und eine funktionierende Volkswirtschaft. Die Prüfung der Kreditwürdigkeiten von Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen führt dazu, dass im Großen und Ganzen nur gedeckte Kredite vergeben werden. Das Risiko ungedeckter Kredite wird durch die Bonitätsprüfung von Wirtschaftsauskunfteien deutlich reduziert.


Die Rolle der Auskunfteien bei einer Kreditanfrage

Typischer Ablauf einer Kreditanfrage

Klassischer Ablauf einer Kreditanfrage bei einer Bank

Der Bonitätsscore erleichtert es dem Kreditgeber, das Risiko einer Geschäftsbeziehung entsprechend auszugleichen. Er kann von seinem Kunden entweder höhere Zinsen verlangen, um das Risiko eines Zahlungsausfalls zu kompensieren, oder den Kredit gleich gänzlich verweigern.

Bei Kreditnehmern haben Wirtschaftsauskunfteien in der Regel einen schlechten Ruf. Verbraucher sehen sie vielfach als Ursache für hohe Zinsen oder einen nicht gegebenen Kredit. Obwohl diese Sichtweise begründet sein mag, leisten Wirtschaftsauskunfteien jedoch auch einen wertvollen Beitrag für Kreditnehmer. Sie sorgen mit ihren Bonitätsprüfungen letztlich dafür, dass Verbraucher kein zu hohes Überschuldungsrisiko eingehen. Ohne jegliche Kreditwürdigkeitsprüfung liefen viele Verbraucher Gefahr, ihre Finanzen mit zu hohen Kreditaufnahmen überzustrapazieren.

Wirtschaftsauskunfteien sind eine wichtige Ergänzung zu anderen Möglichkeiten, die Kreditwürdigkeiten von Privatpersonen und Unternehmen zu prüfen, wie beispielsweise das Handelsregister, Bankauskünfte oder Ratingagenturen. Die über das Handelsregister bereitgestellten Informationen sind für die Bonitätsbeurteilung von gewerblichen Kunden nur von begrenzter Aussagekraft. Bankauskünfte fallen hingegen meist sehr allgemein aus. Und Ratingagenturen fokussieren sich in der Regel ausschließlich auf Großunternehmen und liefern keine Daten zu kleineren Firmen.


Welche Daten sammeln Auskunfteien?

Für die meisten Menschen sind die von Wirtschaftsauskunfteien gesammelten Daten eine Blackbox. Doch die Datensammlung ist gar nicht so komplex, wie oft in den Medien kolportiert wird. In erster Linie sammeln Wirtschaftsauskunfteien persönliche Daten wie der Name, das Alter, das Geschlecht und die Wohnorte. Darüber können sie Personen nicht nur identifizieren, sondern auch Informationen über die Qualität des Wohnumfelds und die Häufigkeit von Wohnortwechseln gewinnen.

Falls keine weiteren Informationen über eine Privatperson vorhanden sind, erstellt eine Wirtschaftsauskunftei bereits auf Grundlage der genannten persönlichen Daten einen Bonitätsscore. Dies kann für eine Person unangenehme Konsequenzen haben. So kann es passieren, dass einem jungen Menschen mit hohem Einkommen und keinen Schulden eine schlechte Bonität wegen seines Alters und seines Wohnortes in einer Gegend, in der viele Menschen eine schlechte Zahlungsmoral aufweisen, attestiert wird.

Diese Daten sammeln Auskunfteien über Sie

  • Vorname, Nachname
  • Zweitname
  • Geburtsname
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Voranschrift
  • Offene Forderungen bei Vertragspartnern
  • Störung bei Zahlungsverhalten (Negativeintrag)
  • Name des Vertragspartners, von dem Daten gemeldet wurden
  • Girokonto oder Kreditkarte mit Kreditrahmen (SCHUFA)
  • Ratenkredite, Baufinanzierungen, Leasing-Verträge (SCHUFA)
Auskunftei Kunden Profil

Im Gegensatz zur weitverbreiteten Annahme sammeln Wirtschaftsauskunfteien keine Daten über den Familienstand, den/die Arbeitgeber, das Einkommen, die Sparguthaben und Wertpapierdepots von Privatpersonen. Erfasst werden jedoch die Anzahl der Girokonten und Kreditkarten sowie Kredite jeglicher Art (Auto-, Dispositions-, Immobilien-, Rahmen-, Raten- und Verbraucherkredite).

Eine wesentliche Grundlage für die Bonitätsprüfung einer Wirtschaftsauskunftei ist das Zahlungsverhalten von Verbrauchern. Die zugrundeliegenden Daten können Wirtschaftsauskunfteien über Mahn- und Inkassoverfahren sowie über öffentlich zugängliche Informationen über eidesstattliche Versicherungen, Haftanordnungen und Insolvenzen gewinnen.

Grundsätzlich gilt, je mehr Daten einer Wirtschaftsauskunftei zur Verfügung stehen, desto genauer fällt die Bonitätseinschätzung aus. Einträge bei Wirtschaftsauskunfteien sind somit nicht generell als Makel anzusehen. Sie können durchaus dazu beitragen, dass ein Verbraucher oder ein Unternehmen einen besseren Bonitätsscore erhält. Wer beispielsweise schon einmal einen Kredit planmäßig abbezahlt hat, lässt eine gute Zahlungsmoral erkennen. Zahlungsverzüge, Inkasso- und Insolvenzverfahren sind hingegen Zeichen einer schlechten Zahlungsmoral.

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel "Was weiß die Schufa über mich?".


Woher bekommen Auskunfteien ihre Daten?

Wirtschaftsauskunfteien zapfen unterschiedlichste Datenquellen an, um Informationen über die Kreditwürdigkeiten von Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen zu gewinnen. Einige Wirtschaftsauskunfteien greifen dabei auf ein großes Netzwerk an Vertragspartnern zurück, wie beispielsweise Banken, Einzelhändler und Telekommunikationsunternehmen, die ihnen Informationen über das Zahlungsverhalten ihrer Kunden liefern. Darüber hinaus nutzen Wirtschaftsauskunfteien eine Vielzahl öffentlich zugänglicher Quellen, wie zum Beispiel Firmenverzeichnisse, Handelsregister, Insolvenzverzeichnisse und Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte. Und nicht zuletzt nutzen Wirtschaftsauskunfteien auch Inkassounternehmen als Datenquelle.

Das sind die Datenquellen von Auskunfteien

Datenquellen der größten Wirtschaftsauskunfteien. Quelle: eigene Recherche


Wie kann man seinen Bonitätsscore verbessern?

Auf Grundlage des Wissens darüber, welche Daten von Wirtschaftsauskunfteien gesammelt werden und wie diese in den Bonitätsscore einfließen, können alle Verbraucher und Unternehmer gezielt Einfluss auf ihren Score nehmen . In erster Linie sollten sie darauf achten, ihre Rechnungen möglichst pünktlich zu bezahlen und verpasste Zahlungen schnellstmöglich nachzuholen, um Mahnungen erst gar nicht entstehen zu lassen. Sobald eine Mahnung eingeht, sollte diese entweder beglichen oder ihr widersprochen werden.

Auch in Bezug auf Konten und Kreditkarten gibt es einige Tipps, mit denen Verbraucher Ihre Bonität verbessern können. So sollte der Kreditrahmen nicht überzogen werden. Außerdem sollten Konten und Kreditkarten, die man nicht benötigt, idealerweise gekündigt werden.

Ein letzter Tipp hinsichtlich eines guten Bonitätsscores bezieht sich auf den Wohnortwechsel. Verbrauchern sollte bewusst sein, dass häufige Adresswechsel sich negativ auf den Score auswirken.



Was ist Bonität

Ob beim Online-Shopping, bei Kauf auf Rechnung oder bei der Bank: Ihre Bonität wird regelmäßig überprüft. Es ist wichtig, zu wissen, was eine gute Bonität ist. Wir zeigen, was in Ihre "Bonität" einfließt, wie Banken diese bewerten und wie Sie Ihre Bonität verbessern können


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Wer darf Informationen bei Wirtschaftsauskunfteien abfragen?

Unternehmen, die bei Wirtschaftsauskunfteien Daten über Privatpersonen oder andere Firmen abfragen wollen, müssen laut Bundesdatenschutzgesetz ein sogenanntes „berechtigtes Interesse“ nachweisen. Diese besteht in allen Fällen, in denen ein Unternehmen ein finanzielles Ausfallrisiko zu befürchten hat, wie zum Beispiel bei einem Kredit oder einer Lieferung auf Rechnung. Das abfragende Unternehmen muss gegenüber der Wirtschaftsauskunftei angeben, welches Interesse es an einer Abfrage hat. Ein Nachweis des Interesses ist hingegen nicht erforderlich.

In welchem Umfang ein Unternehmen Daten von einer Wirtschaftsauskunftei erhält, hängt von der Art des Unternehmens ab. So erhalten Finanzdienstleistungsunternehmen wie Banken, Sparkassen, Kreditkartengesellschaften oder Leasingunternehmen den vollen Umfang an Informationen, der über eine Person oder ein Unternehmen gespeichert ist. Andere Unternehmen, die eine Abfrage an eine Wirtschaftsauskunftei stellen, erhalten lediglich eine Information, wenn ein Negativeintrag vorliegt. Hierzu zählen beispielsweise Unternehmen wie die Telekom oder Online-Händler wie Zalando und Shop-Anbieter auf Amazon.

Fremde Personen haben grundsätzlich kein Abfragerecht bei einer Wirtschaftsauskunftei. Um die Daten einer anderen Person zu erhalten, benötigen sie vorab eine Einverständniserklärung. In der Praxis wird dies in der Regel so gehandhabt, dass die betroffenen Person eine Auskunft bei der jeweiligen Wirtschaftsauskunftei stellt und diese an die fremde Person (beispielsweise einen Vermieter) weiterleitet.

Was sind die größten Auskunfteien in Deutschland?

In Deutschland existieren zahlreiche Wirtschaftsauskunfteien unterschiedlicher Größenordnung und Schwerpunkte. Die folgen vier Unternehmen sind die bekanntesten Auskunfteien in Deutschland:

Name Webseite Info
CRIF Bürgel GmbH Vorher Bürgel Wirtschafts-informationen GmbH & Co. KG Webseite
Creditreform Bonivserum GmbH Boniversum führt Daten über Privatpersonen. Creditreform hauptsächlich über Unternehmen und Selbstständige Webseite
CS Connect GmbH & Co. KG Kooperation mit SCHUFA Webseite
infoscore Consumer Data GmbH Teil der arvato Bertelsmann Gruppe, auch als Inkasso aktiv Webseite
IHD GmbH Auskunftei und Inkasso Webseite
SCHUFA Holding AG/td> Größte Auskunftei für Verbraucher Webseite
UNIVERSUM Group Hauptsächlich Inkasso, bspw. für Deutsche Bahn. Teil der heidelpay Group Webseite
Deltavista GmbH nicht vorhanden Nicht mehr aktiv, aufgekauft und Teil von CRIF Bürgel

SCHUFA Holding AG

Die “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” (kurz SCHUFA) ist der Inbegriff der Bonitätsprüfung in Deutschland. Sie ist die größte und bekannteste Wirtschaftsauskunftei des Landes. An den Fenstern und Türen vieler Banken und Sparkassen sind Aufkleber mit dem Text „SCHUFA-Auskunft hier erhältlich“ zu lesen. Die Schufa hat ihren Sitz in Wiesbaden und wurde bereits 1927 gegründet. Sie ist im Besitz von Daten zu über 70 Millionen deutschen Bundesbürgern und mehr als fünf Millionen Unternehmen. Ihre Daten erhält die Wirtschaftsauskunftei von einem riesigen Netzwerk aus über 9.000 Partnerunternehmen aus dem Handel, dem Bank- und Telekommunikationswesen. Die 8.000 Mitarbeiter des Unternehmens erteilen jährlich rund 140 Millionen Bonitätsauskünfte.

Kooperationspartner der SCHUFA im Ausland

Abhängig von Ihrem Wohnsitz holt die SCHUFA auch Auskünfte bei anderen Auskunfteien und Kooperationspartnern ein, beispielsweise bei der Eröffnung eines DKB-Kontos. Hierunter fallen unter anderem:

  • Kreditschutzverband von 1870 (Österreich)
  • CRIF AG (Schweiz und Italien)
  • BIK (Polen)
  • BKR (Niederlande)
  • NBB Belgien
  • Equifax (Spanien)
  • ASNEF (Spanien)
  • ICB (Irland)
  • UC (Schweden)

Creditreform Boniversum GmbH

Diese Wirtschaftsauskunftei gehört zur gleichnamigen Creditrefrom-Gruppe mit Sitz in Neuss. Das Unternehmen agiert dabei sowohl als Wirtschaftsauskunftei als auch als Inkassounternehmen. Datengrundlage der Wirtschaftsauskunftei bilden öffentlich zugängliche Quellen, Daten der rund 70.000 Inkasso-Kunden des Unternehmens sowie Informationen von Partnerunternehmen. Schätzungen zufolge ist Creditreform im Besitz von Datensätzen zu rund 55 Millionen Bundesbürgern.

CRIF Bürgel GmbH

Das Unternehmen entstand im Jahr 2017 aus der Fusion der beiden Wirtschaftsauskunfteien CRIF GmbH und Bürgel-Wirtschaftsinformationen. Aus dem Zusammenschluss der Bürgel Auskunftei und CRIF entstand eines der führenden Unternehmen im deutschen Auskunfteimarkt. Die Kunden der Wirtschaftsauskunftei stammen vorwiegend aus den Branchen Forderungsmanagement, Online-Handel, Payment Services und Telekommunikation. Wie seine Wettbewerber arbeitet das Unternehmen mit einer Kombination aus Daten von Inkassoverfahren, Partnerunternehmen und öffentlich zugänglichen Quellen.

arvato infoscore GmbH

Der Name der Wirtschaftsauskunftei geht auf die Infoscore-Consumer-Data GmbH zurück, die zu Arvato Financial Solutions gehört und somit einen Teil der Bertelsmann-Gruppe ausmacht. arvato ist im Besitz von Daten zu rund acht Millionen Bundesbürgern. Die Daten zur Kreditwürdigkeitsprüfung sammelt das Unternehmen bei Geschäftspartnern wie Banken, Inkassounternehmen und Versandhändlern. Dabei profitiert die Wirtschaftsauskunftei von der Zugehörigkeit zur Bertelsmann-Gruppe, die ihr den Zugriff auf Daten von Tochtergesellschaften der Gruppe verschafft. Darüber hinaus sind auch die Deutsche Bahn und andere Verkehrsunternehmen Informationslieferanten für arvato.


Auf welcher Rechtsgrundlage arbeiten Wirtschaftsauskunfteien?

Wirtschaftsauskunfteien dürfen auf Grundlage der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) Daten erheben, speichern und an Dritte weitergeben. Neben der Einhaltung der strengen Richtlinien der DSGVO wachen auch die Landesbeauftragten für Datenschutz der deutschen Bundesländer über die Tätigkeiten der Wirtschaftsauskunfteien. Zudem müssen sich Wirtschaftsauskunfteien an bestimmte Löschfristen halten. Als datenverarbeitende Stelle haftet die Auskunftei für rechtswidrig verarbeitete Daten.


Wie beantragt man eine Selbstauskunft?

Gemäß Artikel 15 der DSGVO steht jeder Person mehrmals im Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft von einer Wirtschaftsauskunftei zu. Verbraucher und vor allem Kreditnehmer sollten dieses Recht unbedingt in Anspruch nehmen. Hin und wieder liefern Partnerunternehmen der Wirtschaftsauskunfteien fehlerhafte Daten an diese oder es kommt zu Fehlern bei der Datenverarbeitung in der Wirtschaftsauskunftei selbst.

Angesichts der gravierenden Konsequenzen, die ein schlechter Bonitätsscore für einen Endverbraucher bzw. Kreditnehmer haben kann, sollte man in regelmäßigen Abständen überprüfen, welche Daten über einen gespeichert sind. Wenn ein Kreditantrag bereits gestellt ist, ist es häufig bereits zu spät, einen negativen Bonitätsscore berichtigen zu lassen.

Wirtschaftsauskunfteien sind in Deutschland verpflichtet, eine Auskunft kostenlos zu erteilen. Beantragt werden kann die Auskunft über die Webseite der jeweiligen Wirtschaftsauskunftei. Bei der Schufa ist dies zum Beispiel die Website meineschufa.de.


Was kann man gegen falsche Daten bei Wirtschaftsauskunfteien tun?

Falls sich bei der Durchsicht der Auskunft herausstellen sollte, dass fehlerhafte oder bestrittene Informationen über eine Person gespeichert sind, kann diese die Löschung, Sperrung oder Berichtigung der Daten verlangen. Sofern sich nicht abschließend klären lässt, ob bestimmte Daten richtig oder falsch sind, hat die Wirtschaftsauskunftei nach dem Datenschutzgesetz die rechtliche Verpflichtung, die Daten zu sperren. Weder gesperrte Daten noch die Tatsache, dass diese gesperrt wurden, dürfen an Dritte weitergegeben werden.

Über Fehler in persönlichen Daten sollte die Wirtschaftsauskunftei am besten direkt informiert werden. Sofern eine bereits erledigte Forderung noch in einer Auskunft auftaucht, ist es am sinnvollsten, sich direkt an das jeweilige Unternehmen zu wenden und um einen sogenannten Erledigungsvermerk zu bitten. Falls es nicht gelingt, seine Ansprüche gegenüber einer Wirtschaftsauskunftei oder einem Unternehmen durchzusetzen, kann man sich an den Datenschutzbeauftragten des für die jeweilige Wirtschaftsauskunftei zuständigen Landes wenden.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel "Negativen Schufa-Eintrag löschen lassen".

Robert Tech

Autor: Robert
Kreditbearbeiter der GIROMATCH GmbH

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